Gelebte Inklusion in der Berliner Party Szene

Die wirklich guten Clubs in Berlin zu finden ist gar nicht so einfach. Oft verstecken Sie sich in Hinterhöfen und Seitenstraßen. Kunst, Kultur und das Berliner Nachtleben sind Punkte wodurch sich unsere Hauptstadt auszeichnet und eigentlich gibt es in Berlin nichts, was es nicht gibt.

Sicherlich gibt es Freizeitangebote, Veranstaltungen und Parties, welche von den Blindenvereinen organisiert werden. Allerdings haben selbst die Treffen der Jugendgruppen oftmals ehr den Charakter eines Kaffeekränzchens. Das selbe gilt für Partys. Ich bin früher häufiger mit Freunden in Clubs gegangen. Doch alleine würde ich nicht hingehen, denn es ist durchaus nicht ganz einfach als blinder Mensch dort Anschluss zu finden. Wenn man mit Freunden hingeht, gestaltet sich das schon etwas anders. Durch die größere Gruppe findet man schneller Anschluss und es ergeben sich Gespräche, man fühlt sich sicher und kann so richtig die Sau raus lassen und das Nachtleben genießen. Auch das ist gelebte Inklusion.

In Berlin gibt es nichts, was es nicht gibt. So organisiert Annina Zamani zusammen mit dem grossen Wagen in Berlin die Rock’n’Rolli. Ein inklusives Partyangebot, welches sich an jeden richtet und behinderten Menschen jeglicher Couleur ob mit oder ohne Begleitung die Möglichkeit bietet das Berliner Nachtleben kennen zu lernen. Ob nun das Vollprogramm mit Assistenz und Beförderung zum Club oder der Besuch auf eigene Faust. Hilfe gibt es soviel wie möglich; aber nicht mehr als nötig.

Die letzten zwei Club-Days fanden in der Panke Culture in Berlin Wedding statt – einem gemütlichen und leicht trashig anmutende Lokation, ganz im Stiel eines Berliner Hinterhof Szene Clubs. Das Getränkeangebot ist ungewohnt groß und die Preise erschwinglich. Gemütliche Sofas und Sessel sowie Bänke im Innen- und Außenbereich entführen in gemütliches Party-Ambiente sowie Tanzflächen eine Bühne und Live-Musik gehören auch dazu.

Aus meinen Erfahrungen gliedern sich diese Events in zwei Teile. Vorab finden meistens Events und Freizeitangebote statt und wenn die Sonne untergeht ist es an der Zeit das Partystimmung einzieht. Erfahrungsgemäß füllt sich der Club in den Abendstunden dann mit weiteren Gästen. Je später die Stunde umso unwichtiger werden die Unterschiede zwischen den Besuchern deutlich. Gemeinsames Feiern steht im Vordergrund und es zeigt sich, dass Inklusion kein Prozess sein muss, sondern ein Zustand sein kann.

Also an dieser Stelle ein dickes Lob für die Kreativität und das Engagement. Annina Zamani zeigt mit diesem Projekt, wie cool das Berliner Nachtleben ist und ich bin froh, dass ich bei euch die Möglichkeit habe wieder selbst und allein in einen Club zu gehen. Ich persönlich finde das dieses Angebot in unserer Hauptstadt einer der bemerkenswertesten überhaupt ist.

Mehr Informationen auf der Webseite des großen Wagen: http://www.grosserwagen.com/

Die Rock’n’Rolli in den Medien
http://vimeo.com/62260006

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